Der Belmeken ruft

Noch 41 Tage, dann fällt der Startschuss für das 20km Gehen bei den Weltmeisterschaften in Peking/CHN. Dort werde auch ich dabei sein, bei meinen ersten Weltmeisterschaften bei den Aktiven. Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange, und ich scheine bis zum jetzigen Zeitpunkt in guter Form zu sein.

Am 30. Juli machte ich mich zusammen mit Christopher Linke, sowie unserem Bundes- und Heimtrainer Ronald Weigel auf den Weg in das Trainingslager zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung auf den Belmeken in Bulgarien. Hier habe ich mich auch schon in den vergangenen zwei Jahren auf meinen Saisonhöhepunkt vorbereitet. Zu uns gesellt hat sich einige Tage später auch Carl Dohmann (SCL -Heel Baden-Baden).

Am Freitag vorher waren wir allerdings noch im Institut für angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig zur Leistungsdiagnostik. Hier hatten wir auf dem Laufband 4x3km zu absolvieren. Jede Stufe wird dabei um 0,2m/s gesteigert. Zu absolvieren waren die 4 Stufen somit von 3,4m/s - 4,0m/s. Zwischen den Stufen gibt es eine Pause von einer Minute, in der auch die vom Körper produzierte Laktatmenge ermittelt wird. Damit kann die Geschwindigkeit ermittelt werden, bei der der Körper von der aeroben zur aneroben Energiegewinnung umsteigt. Somit kann die Leistungsentwicklung festgestellt werden, sowie das Training gesteuert werden. Ich konnte diesmal meinen bisher besten Test aufs Band bringen und befinde mich somit für die Weltmeisterschaften in Peking auf einem guten Weg.

Um in Peking auch wirklich erfolgreich abzuschneiden stehen nun knapp 3 Wochen Training auf 2000m ü.NN. auf dem Belmeken in Bulgarien an. Untergebracht sind wir in der Sportbasis Belmeken, welcher mit der Unterstützung der damaligen DDR erreichtet wurde.

Die Sportbasis liegt am gleichnamigen Stausee unterhalb des gleichnamigen Gipfels. So bietet sich auf unserer Trainingsstrecke, welche von Staumauer zu Stauermauer führt eine gut anzusehende Kulisse. Zum einen die Gipfel des Rilagebirges, sowie mit Weitblick das Panorama der teilweise noch schneebedeckten Rhodopen. Dazu bietet auch die Basis an sich gute Bedingungen. So gibt es eine Schwimmhalle mit 25-Bahn und Sauna, diverse Krafträume und Judo-, Ringer-, und Boxräume, eine große Turnhalle, sowie eine Raum für Tischtennis. Direkt vor dem Gebäude befindet sich der Sportplatz mit Rundbahn aus Asche.

Im Mittelpunkt des Trainingslagers stehen Einheiten der Grundlagen-, sowie Kraftausdauer. So haben wir nach den ersten Eingewöhnungstagen in der vergangenen Woche 180km zurückgelegt, davon 153 Geh-km. Dazu kommen noch einige Wanderungen im Rila-Gebrige mit verschiedenen Ausblicken auf Stauseen, Gipfel und viel Natur.

Zur Teambildung treffen wir uns jeden Tag in der Bar/Cafe der Sportbasis um bei einem Cappucino für einen Lewa (ca. 0,50€) die Geschehnisse des Tages auszuwerten, sowie das kommende Training zu besprechen. Außerdem treffen wir uns regelmäßig im "Tennis-Saal", um uns beim Tischtennis zu messen.

Die letzte Trainingswochenende ist bereits angebrochen und mittlerweile ist mit Thorsten Heß auch unserer Physio zu uns dazugestoßen. Damit sollte auch einer umfangreichen letzten Trainingswoche nichts im Wege stehen. Trainingseinheiten für die Geschwindigkeit stehen dann vor allem wieder in heimischen Gefilden an, ehe es Mitte August zuerst ins Vorbereitungstrainingslager nach Jeju/Südkorea und anschließend weiter nach Peking geht.



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